Langjähriges Engagement zahlt sich aus
Bereits vor rund zehn Jahren entstand die Initiative aus der Bürgerschaft heraus, den historischen Kreuzweg zu erhalten und vor dem Verfall zu bewahren. In den vergangenen drei Jahren gewann das Projekt deutlich an Fahrt: Die Projektgruppe bestehende aus Initaitor Georg Brecht, Altbürgermeister Christoph Winkler, Holger Jaruschek, Martin Schlegelmilch, Günter Schuster, Raimund Erlwein und Sandra Lohs überzeugte Bürgermeister Thomas Stadelmann sowie den Stadtrat. In Anschluss wurde ein tragfähiges Konzept entwickelt, Fördermöglichkeiten erschlossen und die Umsetzung auf den Weg gebracht.
Rund 245.000 Euro Invest
Die Stadt Zeil a. Main investierte rund 245.000 Euro und setzte damit bewusst ein starkes Zeichen für den Erhalt ihres kulturellen Erbes. Unterstützt wurde die Maßnahme durch Zuschüsse – unter anderem aus dem EU-Programm LEADER (rund 120.000 Euro), durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Bayerische Landesstiftung und den Bezirk Unterfranken. Private Spender und Benefiz-Aktionen steuerten weitere Beträge bei.
Segnung mit persönlichem Einsatz
Trotz Regens ging Bischof Jung den Kreuzweg vor der Segnung zu Fuß. Altbürgermeister Christoph Winkler, Pastoralreferentin Sandra Lohs, Dekan Kurt Wolf und Georg Brecht (Projektgruppe) begleiteten ihn und erläuterten Geschichte und Neugestaltung der Stationen. Beeindruckt vom Engagement betonte er: „Engagierte Bürger und die Stadt Zeil haben beschlossen, dieses religiöse und kulturelle Erbe zu erhalten – das ist unbezahlbar.“ Zugleich unterstrich er die spirituelle Bedeutung: „Der Weg zum Heiligtum dient dazu, sein Leben vor Gott zu bringen.“
Sanierung und moderne Ergänzungen
Im vergangenen Jahr begann die bauliche Umsetzung. Die Firma Luster aus Bamberg setzte den Weg instand. Steinmetz Stefan Böttcher restaurierte gemeinsam mit seinem Vater die Kreuzwegstationen. Bernhard Hager sanierte zusammen mit seiner Frau die Treppe und den Vorplatz. Die Firma Behm erneuerte die beiden Dächer der Kapellen an Kreuzweg.
Infos, QR-Codes und Actionbound
Ergänzend entstand ein zeitgemäßes inhaltliches Konzept: Pastoralreferentin Sandra Lohs entwickelte Impulse, die den Kreuzweg als „überzeitliche Brücke“ zwischen dem Leidensweg Jesu und den Fragen der Gegenwart verstehen. Neue Infostelen verbinden religiöse, naturkundliche und kunsthistorische Inhalte. Über QR-Codes lassen sich digitale Angebote wie Videos und interaktive Formate abrufen. Ein Actionbound richtet sich gezielt an Kinder und Familien. Die Gestaltung der Stelen übernahm Arndt Poser mit seiner Agentur ZUDEM. Naturpark-Rangerin Katja Winter brachte ihre Expertise hier ebenfalls mit ein.
Herzlicher Dank
Bürgermeister Thomas Stadelmann dankte allen Beteiligten: „Mein herzlicher Dank gilt allen, die dieses Projekt möglich gemacht haben – von der Projektgruppe über die Handwerker bis hin zu den Fördergebern und Spendern. Gemeinsam haben wir dieses Stück Zeiler Geschichte am ursprünglichen Ort bewahrt und neu erlebbar gemacht.“
Öffentliche Führung
Für alle Interessierten findet am Samstag, 9. Mai, um 15 Uhr eine öffentliche Führung statt. Steinmetz Stefan Böttcher, Stadtführer Rainer Leisentritt und Pastoralreferentin Sandra Lohs geben Einblicke in den neugestalteten Kreuzweg. Treffpunkt ist am steinernen Brückchen über die Altach. Die Führung findet im Rahmen unserer Reihe „Stadtführung für alle“ statt.

