Hexendokumentationszentrum
Ein Ort, an dem Geschichte spürbar wird
Mitten in der historischen Altstadt von Zeil a.Main erhebt sich ein Turm aus Stein, der seit Jahrhunderten über die Stadt wacht. Heute wirkt er ruhig und fast unscheinbar. Doch seine Mauern erzählen eine Geschichte, die zu den bewegendsten Kapiteln der fränkischen Vergangenheit gehört.
Der Zeiler Hexenturm ist ein Ort der Erinnerung. Hier waren im 17. Jahrhundert Menschen eingesperrt, die der Hexerei beschuldigt wurden. Viele von ihnen sollten den Turm nie wieder verlassen.
Heute befindet sich hier ein Dokumentationszentrum, das diese Geschichte bewahrt – sachlich, eindrucksvoll und berührend zugleich. Besucher können an diesem historischen Ort erfahren, wie es zu den Hexenverfolgungen kam, wer die Opfer waren und warum diese Ereignisse bis heute Bedeutung haben.
Ein Besuch im Hexenturm ist deshalb mehr als ein Museumsbesuch:
Es ist eine Begegnung mit der Geschichte und mit den Menschen, die sie geprägt haben.

Eine Reise in das Zeil des 17. Jahrhunderts
Stellen Sie sich Zeil a.Main vor, wie es vor über 400 Jahren gewesen sein muss: eine kleine Stadt im Hochstift Bamberg, umgeben von Mauern, Weinbergen und Feldern.
Doch hinter den Fachwerkfassaden breitet sich damals Angst aus. Gerüchte machen die Runde. Menschen beschuldigen sich gegenseitig. Krankheit, Missernten und Unglück werden übernatürlichen Kräften zugeschrieben.
Bald geraten Frauen und Männer unter Verdacht, mit dunklen Mächten im Bunde zu stehen.
Im Jahr 1616 beginnt die Hexenverfolgung in Zeil a.Main. Am 26. November brennen die ersten Scheiterhaufen. Neun Frauen werden hingerichtet.
In den folgenden Jahren entwickeln sich die Hexenprozesse zu einer Welle von Verhören, Denunziationen und Hinrichtungen. Mehr als 400 Menschen aus der Region verlieren ihr Leben.
Die Ausstellung im Hexenturm zeigt, wie es zu diesen Ereignissen kommen konnte – und wie schnell aus Verdächtigungen tödlicher Ernst wurde.

Der Turm – Zeuge der Geschichte
Der Hexenturm selbst ist älter als die Ereignisse, die ihn bekannt machten. Er wurde im 15. Jahrhundert als Teil der Zeiler Stadtbefestigung errichtet und diente später als Gefängnis.
Während der Hexenverfolgungen wurden hier Menschen eingesperrt, die der Hexerei beschuldigt waren. In den engen Räumen warteten sie auf ihre Verhöre und Urteile.
Wer heute die Treppen des Turms hinaufsteigt, bewegt sich durch Räume, die bereits vor Jahrhunderten genutzt wurden. Die alten Mauern, Gewölbe und Gänge vermitteln eine Atmosphäre, die Geschichte unmittelbar spürbar macht.
Der angrenzende Bau, das ehemalige Fronhaus, beherbergt heute die Ausstellung des Dokumentationszentrums.

Die Ausstellung – Schicksale hinter den Akten
Im Dokumentationszentrum stehen nicht nur Zahlen und Ereignisse im Mittelpunkt. Vor allem geht es um die Menschen, die damals lebten.
Historische Quellen erzählen von ihren Schicksalen: Briefe, Tagebücher und Prozessakten geben Einblick in eine Zeit, in der Angst und Aberglaube über Leben und Tod entscheiden konnten.
Ein besonderes Erlebnis ist das Hörspiel „Tod auf dem Scheiterhaufen“. Es erzählt die Geschichte von Rochus Hofmann und seinen Töchtern, die im Jahr 1617 der Hexerei beschuldigt wurden. Die Stimmen und Geräusche lassen Besucher in die damalige Zeit eintauchen und machen die Ereignisse besonders eindrucksvoll erlebbar.

Führungen und Veranstaltungen
Wer tiefer in die Geschichte eintauchen möchte, kann das Thema der Hexenverfolgung auch im Rahmen von Führungen oder Vorträgen erleben.
Bei Gruppenführungen (durchs Stadtgebiet) oder bei Vorträgen (im Dokuzentrum) erhalten Besucher spannende Einblicke in die historischen Hintergründe der Hexenverfolgung sowie in die besonderen Geschichten einzelner Opfer. Die Führungen eignen sich besonders für:
- Vereine
- Reisegruppen
- Schulklassen
- historisch Interessierte
Darüber hinaus finden im Dokumentationszentrum regelmäßig Vorträge, Lesungen und Sonderveranstaltungen statt, die das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten.

Ihren Besuch planen
Das Hexendokumentationszentrum ist von Anfang April bis Ende Oktober geöffnet und lädt Besucher dazu ein, diesen besonderen historischen Ort kennenzulernen.
Öffnungszeiten
(1. April bis 31. Oktober)
Donnerstag: 13 bis 16.30 Uhr
Freitag: 13 bis 16.30 Uhr
Samstag: 13 bis 16.30 Uhr
Sonntag: 13 bis 16.30 Uhr
Feiertags: 13 bis 16.30 Uhr
Für Gruppen und Schulklassen öffnen wir auch außerhalb dieser Zeiten.
Eintrittspreise
| Erwachsene | 4,00 € |
| Gruppen ab 10 Personen (pro Person) | 3,50 € |
| Kinder ab 8 Jahre, Schüler, Studenten und Schwerbehinderte mit Ausweis | 3,00 € |
| Schulklassen | 25,00 € |
| Einführungsvortrag Gruppen (im Dokuzentrum) | 30,00 € |
| Hexenführung (durchs Stadtgebiet) | 80,00 € |
Adresse
Dokumentationszentrum Zeiler Hexenturm
Obere Torstraße 14
97475 Zeil am Main
Tipp für Ihren Besuch in Zeil a.Main
Ein Besuch im Hexenturm lässt sich wunderbar mit einem Rundgang durch die historische Altstadt verbinden.
Zeil a.Main gilt als eine der schönsten Fachwerkstädte der Region. Verwinkelte Gassen, gemütliche Gasthäuser und kleine Plätze laden zum Entdecken ein. Auch die umliegenden Weinberge sowie die Wander- und Radwege bieten herrliche Ausblicke über das Maintal.
So wird der Besuch im Hexenturm zu einem besonderen Erlebnis – und zu einem eindrucksvollen Einblick in die Geschichte Frankens.

Häufige Fragen zum Hexendokumentationszentrum Zeiler Hexenturm
Was ist der Zeiler Hexenturm?
- Der Zeiler Hexenturm ist ein historischer Stadtturm in der Altstadt von Zeil a.Main. Während der Hexenverfolgungen im 17. Jahrhundert diente er als Gefängnis für Menschen, die der Hexerei beschuldigt wurden. Heute befindet sich hier ein Dokumentationszentrum, das über die Geschichte der Hexenprozesse in Zeil a.Main und in der Region Franken informiert.
Was kann man im Hexendokumentationszentrum sehen?
- Besucher erwartet eine Ausstellung zur Geschichte der Hexenverfolgung im Hochstift Bamberg und in Zeil a.Main. Historische Dokumente, Prozessakten und Zeitzeugenberichte geben Einblick in die Ereignisse des 17. Jahrhunderts.
Wann ist der Zeiler Hexenturm geöffnet?
- Das Dokumentationszentrum ist vom 1. April bis 31. Oktober geöffnet.
Öffnungszeiten:
Donnerstag bis Sonntag sowie feiertags
13.00 bis 16.30 Uhr
Für Gruppen und Schulklassen öffnen wir auch außerhalb dieser Zeiten.
Was kostet der Eintritt in den Hexenturm?
- Die Eintrittspreise für das Hexendokumentationszentrum in Zeil a.Main sind:
Erwachsene: 4 €
Gruppen ab 10 Personen: 3,50 € pro Person
Kinder, Schüler und Studierende: 3 €
Schulklassen: 25 € pro Gruppe
Gibt es Führungen im Hexenturm?
- Im Hexendokumentationszentrum selbst werden keine klassischen Führungen durch die Ausstellung angeboten.
Für Gruppen besteht jedoch die Möglichkeit, einen Einführungsvortrag zur Geschichte der Hexenverfolgung zu buchen. Der etwa 30-minütige Vortrag bietet einen kompakten Überblick über die historischen Hintergründe und die Ereignisse in Zeil a.Main.
Gibt es Hexenführungen in Zeil a.Main?
- Ja. In Zeil a.Main werden Hexenführungen durch die Altstadt angeboten. Diese rund 90-minütigen Stadtführungen führen zu historischen Orten der Hexenverfolgung im Stadtgebiet und erzählen die Geschichten der damaligen Ereignisse.
Die Hexenführungen können über Janina Selig gebucht werden.
Wo befindet sich der Zeiler Hexenturm?
- Der Hexenturm liegt in der historischen Altstadt von Zeil a.Main.
Adresse:
Dokumentationszentrum Zeiler Hexenturm
Obere Torstraße 14
97475 Zeil am Main
Von hier aus lässt sich der Besuch ideal mit einem Spaziergang durch die Fachwerkstadt sowie einer Wanderung oder Radtour durch die Weinberge verbinden.
Warum gab es Hexenverfolgungen in Zeil a.Main?
- Die Hexenverfolgungen in Zeil fanden hauptsächlich zwischen 1616 und 1631 statt und standen im Zusammenhang mit den großen Hexenprozessen im Hochstift Bamberg. Angst, Aberglaube, politische Machtkämpfe und gesellschaftliche Spannungen führten dazu, dass zahlreiche Menschen beschuldigt, gefoltert und schließlich hingerichtet wurden.
Lohnt sich ein Besuch des Hexenturms?
- Der Zeiler Hexenturm zählt zu den eindrucksvollsten historischen Erinnerungsorten in der Region. Die Ausstellung verbindet Geschichte, persönliche Schicksale und historische Dokumente und macht die Ereignisse der Hexenverfolgung verständlich. In Kombination mit der malerischen Altstadt von Zeil a.Main ist der Besuch ein besonderes kulturelles Erlebnis.

