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Impfzentrum Zeil a.Main

Zweites Impfzentrum hat Betrieb aufgenommen

In Zeil hat der Landkreis Haßberge ein zweites Impfzentrum in der Sporthalle am Tuchanger eingerichtet. Es ist ab sofort betriebsbereit, am Mittwoch (3. Februar) haben dort die ersten 78 Impfungen stattgefunden. Mit dem zweiten Zentrum als Ergänzung zum Impfzentrum 1 in Hofheim werden die Kapazitäten im Landkreis deutlich ausgebaut, wie Landrat Wilhelm Schneider deutlich macht. So könne man der Nachfrage aus der Bevölkerung schnellstmöglich gerecht werden. Voraussetzung ist freilich, dass vonseiten des Bundes demnächst ausreichend Impfstoff zur Verfügung gestellt wird.

„Sobald der Impfstoff in größeren Mengen verfügbar sein wird, stehen wir bereit, unsere beiden Impfzentren voll in Betrieb zu nehmen“, betont der Landrat. „Wir streben an, dass alle, die das möchten und in der ersten Priorisierungsstufe vorgesehen sind, auch schnellstmöglich geimpft werden.“ Als Betreiber für das Impfzentrum in Zeil konnte erneut der BRK-Kreisverband gewonnen werden. Das Bayerische Rote Kreuz, Kreisverband Haßberge, betreibt bereits seit Dezember das Impfzentrum in Hofheim, das im dortigen Rotkreuzhaus untergebracht ist.

Mit dem zweiten Impfzentrum können die bislang im Landkreis vorhandenen Kapazitäten fast verdreifacht werden. Insgesamt sind in beiden Impfzentren dann täglich bis zu 330 Impfungen möglich – 100 in Hofheim und 230 in Zeil. Hinzu kommen Impfkapazitäten für die mobilen Teams, die beispielsweise in Senioren-, Pflege- und Behinderteneinrichtungen unterwegs sind und Bewohner an Ort und Stelle mit dem Impfstoff versorgen. Bislang lag der Fokus der Impfungen im Landkreis aufgrund der geringen Verfügbarkeit von Impfstoff überwiegend auf der Arbeit der mobilen Teams in den stationären Einrichtungen, um dort die Hochrisikogruppen zügig impfen zu können.

Über die Inbetriebnahme des zweiten Impfzentrums in Zeil freuen sich auch BRK-Kreisgeschäftsführer Dieter Greger und Dr. Arman Behdjati-Lindner, 1. Vorstand des
Ärztevereins Haßberge e.V., der die ärztliche Leitung übernommen hat. Anders als im Impfzentrum Hofheim, in dem die Ärztegestellung durch die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) organisiert wird, ist in Zeil der Ärzteverein federführend und kümmert sich um die Besetzung mit Ärzten.

In den letzten zwei Wochen wurde an der Sporthalle am Tuchanger in Zeil eifrig gehämmert, gesägt und geschraubt: Mit Unterstützung des Technischen Hilfswerkes (THW) Haßfurt sind in der geräumigen Sporthalle zwei Impfstraßen aufgebaut worden. So können nach Worten von Daniel Schirmer, der gemeinsam mit Daniel Imhof als Leiter beider Impfzentren fungiert, unter Vollbetrieb alle 20 Minuten zehn Personen geimpft werden. Dafür stehen pro Tag zehn BRK-Mitarbeiter bereit, zusätzlich zwei Ärzte und ein Sicherheitsdienst. Für die Bürger sollen unter Vollbetrieb an sieben Tagen in der Woche Impftermine zwischen 8:30 bis 12:30 und 13:30 bis 18:00 Uhr angeboten werden. Dank sagt das BRK auch der Stadt Zeil mit seinen Mitarbeitern, die ebenfalls beim Aufbau unterstützt haben.

Analog zum Impfzentrum in Hofheim wird es ebenso in Zeil für die angemeldeten Impflinge eine „Einbahnstraßenregelung“ geben. Nach einer Anmeldung im Foyer der Turnhalle geht es in einen Wartebereich; dort können letzte Formulare ausgefüllt werden. Anschließend erfolgt für die Bürgerinnen und Bürger eine Aufklärung sowie ein individuelles Arztgespräch, bevor es zur eigentlichen Impfung an der nächsten Station geht. Nach dem Pieks schließt sich ein Wartebereich an; dort sollen die Impflinge rund 15 Minuten unter medizinischer Aufsicht verweilen, bevor sie ihren Impfpass ausgehändigt bekommen und den Heimweg antreten. Nach 21 Tagen erfolgt dann die zweite Impfung – dieser Termin wird bereits bei der Bestätigung des ersten Impftermins reserviert.

„Die Impfbereitschaft im Landkreis ist erfreulich hoch“, freut sich Landrat Wilhelm Schneider. Rund 6000 Bürgerinnen und Bürger haben sich bereits für die Impfung registriert und stehen auf der Warteliste. „Bitte haben Sie Geduld, was die Terminvergabe betrifft“, so der Appell des Landrats an die Bevölkerung. Je nach Verfügbarkeit des Impfstoffes werden alle berechtigten Personen nach und nach einen Termin erhalten.

Die Corona-Schutzimpfungen sind laut Schneider ein „Licht am Ende des Tunnels“. Die Bevölkerung müsse aber auch in den kommenden Wochen und Monaten realistische Erwartungen haben. Denn bis genügend Personen geimpft sind, damit wieder ein Leben mit weniger Einschränkungen möglich sei, werde es noch etwas dauern. „Ich bitte Sie sehr herzlich, sich impfen zu lassen“, appelliert Landrat Wilhelm Schneider an alle Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Haßberge. „Corona können wir nur gemeinsam und solidarisch überwinden. Ich selbst lasse mich impfen, wenn ich an der Reihe bin.“

Froh und dankbar ist der Landrat, dass der Landkreis Haßberge mit dem BRK-Kreisverband, der beide Impfzentren betreibt, einen starken und verlässlichen Partner gefunden habe. Ebenso gilt sein Dank der Stadt Zeil für die Bereitstellung der Immobilie sowie den fleißigen Helferinnen und Helfern des Technischen Hilfswerks (THW), die beim Aufbau tatkräftig mitgewirkt haben.

Über die enge Kooperation zwischen Landkreis, Bayerischem Roten Kreuz und dem Ärzteverein Haßberge freut sich Dr. Arman Behdjati-Lindner, 1. Vorstand des Ärztevereins und ärztlicher Leiter des Impfzentrums Zeil. Der Ärzteverein sei an den Entscheidungsprozessen beteiligt worden und es sei gelungen, die Ärzte vor Ort aktiv in den Impfprozess einzubinden. „Von dieser Kooperation und Beratung durch den Ärzteverein haben sowohl die Kreisverwaltungsbehörde als auch das BRK profitiert und es gab einen gelungenen Start im Impfzentrum in Hofheim“, zieht der Facharzt eine erste Bilanz. Der Ärzteverein bringt nach Worten von Dr. Behdjati-Lindner dem BRK-Kreisverband Haßberge sein vollstes Vertrauen in Bezug auf den Betrieb der beiden Impfzentren entgegen.

„Der Aufbau des ersten Impfzentrums durch landkreiseigene Organisationen und Akteure erfolgte für die Bevölkerung im eigenen Landkreis schnell und kompetent“, schreibt der ärztliche Leiter in einer Stellungnahme. Diese Expertise und Handlungsstärke sei folglich ein entscheidender Vorteil für den schnellen Aufbau des zweiten Impfzentrums gewesen. So könne mit Verfügbarkeit von ausreichend Impfstoff in naher Zukunft die Impfkampagne deutlich beschleunigt werden. Neben Dr. Arman Behdjati-Lindner als ärztlicher Leiter des Impfzentrums Zeil, fungieren seitens des Ärztevereins Dr. Christina Bendig als ärztliche Leiterin des Impfzentrums Hofheim und Dr. Martin Luckhardt als ärztlicher Koordinator im
Landkreis.
 
Das Bayerische Rote Kreuz als Betreiber der beiden Impfzentren bedankt sich beim Landkreis und dem Ärzteverein für das entgegengebrachte Vertrauen, wie BRK-Kreisgeschäftsführer Dieter Greger unterstreicht. Als lokaler Partner mit einer breitgefächerten Struktur des Roten Kreuzes als Hilfsorganisation werde es gelingen, jeden Landkreisbürger zu impfen, der dies möchte. Deshalb hofft auch das BRK darauf, dass es den Verantwortlichen von Bund und Land gelingen wird, in den nächsten Wochen nach und nach mehr Impfstoff bereitstellen zu können.

Dieter Greger lobt in diesem Zusammenhang die engagierte Arbeit aller Beteiligten rund um die Etablierung beider Impfzentren. Dem Bayerischen Roten Kreuz sei es durch seine Expertise gelungen, innerhalb kürzester Zeit für beide Impfzentren Betriebsbereitschaft zu melden. Es wurden für beide Impfzentren inzwischen über 60 Mitarbeiterinnen angestellt. Für das Impfzentrum in Zeil sind bislang zusätzlich 44 Arzthonorarverträge geschlossen worden.

Durch die mobilen Teams in den Senioren-, Pflege- und Behinderteneinrichtungen sowie im Impfzentrum Hofheim selbst wurden nach Angaben des Landratsamtes bislang insgesamt 1982 Erstimpfungen und 880 Zweitimpfungen durchgeführt.


In Deutschland sind aktuell die Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca zugelassen. Bislang steht in beiden Impfzentren ausschließlich der Impfstoff von Biontech/Pfizer zur Verfügung. Für die Bürger ist nach Auskunft des Landratsamtes grundsätzlich keine freie Wahl des Impfzentrums möglich. Die Zuordnung erfolgt anhand von Postleitzahlen. Folgende Aufteilung ist dazu nach jetzigem Stand vorgesehen:

Impfzentrum Zeil:
Breitbrunn, Ebelsbach, Ebern, Eltmann, Gädheim, Haßfurt, Kirchlauter, Knetzgau, Oberaurach, Rauhenebrach, Rentweinsdorf, Sand, Stettfeld, Theres, Untermerzbach, Wonfurt und Zeil.

Impfzentrum Hofheim:
Aidhausen, Bundorf, Burgpreppach, Ermershausen, Hofheim, Königsberg, Maroldsweisach, Pfarrweisach und Riedbach.

Aktuell sind aufgrund der Priorisierung des Bundes beim Impfen in der ersten Phase die Bewohner von Senioren-, Pflege- und Behinderteneinrichtungen, die über 80-Jährigen sowie MitarbeiterInnen aus verschiedenen medizinischen Berufsfeldern an der Reihe. „Weil noch nicht ausreichend Impfstoffe für alle impfwilligen Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung stehen, wird darauf hingewiesen, dass Personen, die noch nicht über 80 Jahre alt sind, sich mit der Impfung und der telefonischen Registrierung leider noch etwas gedulden müssen“, betont Landrat Wilhelm Schneider. Das Landratsamt wird fortlaufend darüber informieren, wenn weitere Bevölkerungsgruppen an der Reihe sind.

Zwei Wege führen für Personen, die über 80 Jahre alt sind, zum persönlichen Impftermin: Eine telefonische Anmeldung über die Impf-Hotline des Landratsamtes Haßberge unter der Rufnummer 09521/27-600 (Montag bis Donnerstag 8:00 bis 16:00 Uhr, Freitag, 8:00 Uhr bis 12:30 Uhr) oder eine Onlineanmeldung über www.impfzentren.bayern.de. Termine werden dann nach Verfügbarkeit des Impfstoffs vergeben. Jeder erhält dabei immer gleich zwei Impftermine, weil erst mit der Zweitimpfung die volle Schutzwirkung der Impfung erreicht wird. 

Informationen rund ums Corona-Impfzentrum gibt es auf der Internetseite des Landkreises unter: https://www.hassberge.de/buergerservice/gesundheit/corona-virus/impfzentrum.html. Unter anderem sind dort die Antworten auf die häufigsten Fragen rund ums Impfen eingestellt.

Auch Zeils Bürgermeister Thomas Stadelmann hält die Impfungen für einen Schritt auf dem Weg raus aus der Pandemie und ruft die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises dazu auf, sich impfen zu lassen. „Auch ich werde mich impfen lassen, wenn ich an der Reihe bin“, sagte er am Mittwochnachmittag. Für ihn als Bürgermeister sei es selbstverständlich gewesen, die Sporthalle am Tuchanger für ein zweites Impfzentrum bereit zu stellen, als eine entsprechende Anfrage an die Stadt gerichtet wurde. „Wenn wir helfen können und es der Sache dient, machen wir das gerne.“ Die Sporthalle biete sich aufgrund ihrer Größe für ein Impfzentrum an, zudem seien davor eine Vielzahl von Parkplätzen vorhanden.

Aktuell dürften wegen der Pandemie sowieso keine Sportveranstaltungen stattfinden. Und wenn das in ein paar Wochen unter Umständen wieder möglich sei, müssten Schule und Vereine vielleicht noch wenige Wochen überbrücken, bis sie ihren Sport sowieso im Freien ausüben könnten. Stadelmann ist sicher, dass dies bei den Verantwortlichen auf Verständnis stößt. Das zweite Impfzentrum habe im Zuge der Pandemiebekämpfung jedenfalls Priorität.

Thomas Stadelmann wünscht sich ganz persönlich, dass bald ausreichend Impfstoff vorhanden sein werde und dass dann beide Impfzentren in Zeil und Hofheim ihren Betrieb reibungslos versehen können. Er spricht von Glück, dass es bereits zugelassene Impfstoffe auf dem Markt gibt und hofft, dass bis zum Sommer ein Großteil der Menschen, die geimpft werden wollen, auch geimpft werden können.